Automotive Testing

Vector bringt Autosar-fähige Ethernet-Switches ins Fahrzeug

Vector bringt Autosar-fähige Ethernet-Switches ins Fahrzeug

Vector hat den ersten Autosar-fähigen Ethernet-Switch auf Basis der Brightlane-Lösung von Marvell entwickelt. Die in der CPU des Switches ausgeführte Software folgt der Autosar-Methodik in Bezug auf Modelldefinition, Verteilung und Entwicklung der Komponenten. Durch das Verlagern wesentlicher Teile des Netzwerk-Stacks in den Switch werden CPU-Ressourcen für Aufgaben frei, die effizienter auf dem Host-Mikrocontroller ablaufen. Darüber hinaus ermöglicht die Switch-Software von Vector bestimmte Sicherheitsfunktionen wie Firewalling und MACsec.

In heutigen Automotive-Steuergeräten werden Ethernet-Switches meist von einem Mikrocontroller initialisiert und gesteuert. Diese Implementierungen stoßen an ihre Grenzen. Mit der zunehmenden Anzahl von Ethernet-Ports steigt die CPU-Last deutlich an. Daher planen Automobilhersteller, vernetzungs-relevante Funktionen auf Ethernet-Switches zu verlagern. Bislang führten Switches proprietäre Software aus, die mit proprietären Tools konfiguriert wurde. Nun ist es möglich, von dem bei den Automobilherstellern seit Jahren etablierten Autosar-Workflow zu profitieren. Zusätzlich bietet Autosar den Vorteil, bestehende qualifizierte Software für Kommunikation, Netzwerkmanagement und Diagnose auf dem Switch wiederzuverwenden. Die Maxime „eine Werkzeugumgebung, ein Workflow, eine Softwarearchitektur“ macht den Einsatz von Autosar-fähigen Switches zukunftssicher und bietet eine schnellere Markteinführung.

Eine effiziente Nutzung der verfügbaren Ressourcen ist ein weiterer Grund für das Verwenden dieser Ethernet-Switches. Nur solche Switches bieten die niedrigen Latenzzeiten, die für Anwendungsfälle wie beispielsweise Firewall und MACsec nötig sind. Weiterhin werden Funktionen wie Precision Time Protocol (PTP), Netzwerkmanagement, das SOME/IP-Protokoll und Teile der Diagnose vom Mikrocontroller auf den Switch verlagert. Der Vorteil: Der Mikrocontroller hat mehr Laufzeit für seine Applikationsaufgaben zur Verfügung.

Für Zulieferer und Automobilhersteller ist der sichere Multi-Gig-Ethernet-Switch Brightlane 88Q5072 von Marvell erhältlich. Vector liefert die neu entwickelte Embedded-Software Microsar Classic veSwitch für Ethernet-Switches. Marvell und Vector sehen Vorteile in der Verwendung standardisierter Produkte statt projektspezifischer Software. Die Software hat sich in der Praxis bewährt und der Aufwand für die Qualifizierung von sicherheitsrelevanten Anwendungsfällen wird deutlich reduziert.

"Wir freuen uns, mit Vector zusammen eine Autosar-fähige Switch-Lösung anbieten zu können. Diese beschleunigt die Entwicklung von softwaredefinierten Fahrzeugen basierend auf dem Marvell Brightlane Secure Multi-Gig Ethernet Switch.“, sagte Mike Yeager, Vice President und General Manager, Automotive Business Unit, Marvell. „Die Software Microsar Classic veSwitch von Vector nutzt den Autosar-Workflow für wesentliche Security-Funktionen wie Automotive-Firewalls und MACsec in einer offenen Softwarearchitektur und ermöglicht eine schnellere Markteinführung.“

“Die schnelle Markteinführung hatte auch bei uns eine hohe Priorität. Dies wurde durch die sehr enge Zusammenarbeit mit Marvell und den Einsatz qualifizierter Standardsoftware erreicht“, ergänzt Jochen Rein, Leiter Produktmanagement Embedded Software. „Unser modularer Ansatz führt zu einer Hardware-optimierten und flexiblen Lösung – ideal für automotive-konforme Switches einschließlich Firewall- und Safety-Anwendungen. Der Entwickler-Workflow wird durch die Vector DaVinci Tools optimal unterstützt.“

In der ersten Version wird die Embedded-Software die Qualitätsanforderungen nach Automotive Spice erfüllen. Zukünftig wird veSwitch nach ISO 26262 verfügbar sein. Ein Evaluierungspaket ist verfügbar.

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