Energie

Energiepreise unter Druck

Energiepreise unter Druck

Der Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran wirkt sich immer stärker auf die internationalen Energiemärkte aus. Die Preise für Öl und Erdgas sind deutlich gestiegen. „Für Verbraucher:innen bedeutet das jedoch nicht automatisch sofort höhere Gaspreise im eigenen Vertrag. Zwischen Börsenpreisen und Tarifen für Haushalte liegt oft eine zeitliche Verzögerung“, sagt Christina Wallraf, Energieexpertin der Verbraucherzentrale NRW.

„Allerdings beobachten wir seit kurzem eine Veränderung bei Neukundentarifen auf den Vergleichsportalen. Die höheren Preise an den Gasbörsen durch den Irankrieg werden nun von vielen Anbietern eingepreist.“ Bei bestehenden Verträgen kann dies relevant werden, wenn Preisgarantien auslaufen und Verbraucher:innen eine Preiserhöhung bekommen. Worauf aktuell bei den Energiepreisen zu achten ist, und wie man langfristig unabhängiger wird, hat die Verbraucherzentrale NRW in vier Tipps zusammengestellt.

Gasvertrag prüfen

Wer mit Gas heizt, sollte den eigenen Gasvertrag überprüfen. Wichtig sind dabei Preisniveau, Vertragslaufzeit und, sofern vorhanden, die Preisgarantie. Sie legt fest, wie lange der aktuelle Preis stabil bleibt. Läuft sie bald aus, kann der Anbieter den Preis erhöhen, indem er ein Preiserhöhungsschreiben verschickt. Man sollte deshalb prüfen, wann die Preisgarantie endet. Wenn sie bald ausläuft, sollten sich Haushalte bei ihrem aktuellen Anbieter nach Verlängerungsoptionen mit Preisgarantie erkundigen. Ein neuer Vertrag mit längerer Preisgarantie schafft Planungssicherheit für den nächsten Winter. Bietet der bisherige Anbieter keine attraktiven Tarife an, ist ein Anbieterwechsel sinnvoll. Die güns-tigsten Tarife beginnen bei etwa zehn Cent pro Kilowattstunde, Anfang März waren es noch acht Cent. Um günstige Tarife zu finden, sollte man die Filter in Vergleichsportalen nutzen, aber insbesondere den Bonus und die „direkte Wechselmöglichkeit“ heraus-nehmen.

Heizölpreise beobachten

Die Heizölpreise sind rasant gestiegen, und sie schwanken besonders stark. Bei einer Bestellung von 3.000 Litern kostet Heizöl aktuell etwa 145 Euro pro 100 Liter. Preise in dieser Größenordnung gab es letztmalig in der Energiekrise im Herbst 2022. Haushalte, deren Tanks noch bis zum Ende der aktuellen Heizsaison ausreichend gefüllt sind, können mit der Bestellung warten. Wer einen Tank hat, der weniger als 15 Prozent gefüllt ist, sollte bald bestellen. Eine kleinere Bestellmenge ist dann sinnvoll. Wichtig ist außerdem ein Preisvergleich. Vor der Bestellung sollte man die Seriosität des Händlers prüfen. Da-zu bietet sich der Fakeshopfinder der Verbraucherzentrale an.

Blick auf die Fernwärmepreise

Gas ist der Energieträger, der für die Erzeugung von Fernwärme am häufigsten genutzt wird. Allerdings passen die meisten Fernwärmeanbieter ihre Preise nur einmal jährlich an. Die Preise vieler Fernwärmekunden werden daher oftmals vorerst stabil bleiben, die Preiserhöhung käme dann mit einer Verzögerung von etwa einem Jahr. Wie stark die Preise steigen könnten, hängt neben der Dauer der Krise von den Preisindizes ab, an-hand derer Fernwärmeanbieter ihre Preisentwicklung berechnen. Mit den Preisindizes legen Anbieter fest, welche Energieträger zu welchen Anteilen die Preise beeinflussen. Viele Fernwärmekunden sind Mieter:innen. Bei ihnen dürften sich höhere Preise erst in zwei Jahren mit der Nebenkostenabrechnung bemerkbar machen.

Langfristig unabhängiger werden

Der derzeitige Nahost-Konflikt zeigt, wie stark Energiepreise von weltpolitischen Entwick-lungen abhängen. Deshalb kann es sinnvoll sein, langfristig unabhängiger zu werden. Eigentümer:innen können etwa über alternative Heizsysteme wie eine Wärmepumpe nachdenken. Auch eine bessere Gebäudedämmung kann helfen. Sie senkt dauerhaft den Energieverbrauch. Energieberater:innen und Heizungsfachbetriebe können passen-de Lösungen aufzeigen. Zudem gibt es häufig staatliche Förderprogramme. Wer so plant, reduziert langfristig das Risiko steigender Energiekosten.

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