Prüftechnik

Präzisionsmesstechnik für die CNC-Zerspanung

Das schwedische Zerspanungsunternehmen Gnosjö Automatsvarvning fertigt Drehteile für anspruchsvolle Branchen, darunter die Automobilindustrie. Um Qualität und Toleranzen zuverlässig zu prüfen und zu dokumentieren, setzt das Unternehmen durchgängig auf Messtechnik von Mitutoyo – von Messschiebern bis zu Koordinatenmessgeräten. 

Gnosjö Automatsvarvning wurde 1974 gegründet und beschäftigt heute rund 60 Mitarbeiter. Das Familienunternehmen im südschwedischen Gnosjö fertigt Drehteile aus Stangenmaterial mit Durchmessern von vier bis 80 Millimetern. Die Losgrößen reichen dabei von 50 Stück bis zu mehreren Millionen. Mehr als die Hälfte der Produktion geht in den Export. 

Geschäftsführerin Linda Fransson arbeitet seit ihrer Jugend mit Mitutoyo zusammen. Bereits 1992, im Rahmen ihres Abschlussprojekts an der Oberschule, kam sie mit dem Messtechnikhersteller in Kontakt. Im selben Jahr erwarb Gnosjö Automatsvarvning seine erste Messmaschine von Mitutoyo. 

Qualitätssicherung als Teil der Produktion 

Die Messung und Prüfung der gefertigten Bauteile ist bei Gnosjö Automatsvarvning fest in den Produktionsprozess integriert. Dabei soll nicht nur die geforderte Qualität sichergestellt, sondern auch die Einhaltung der Toleranzen dokumentiert werden. 

Das Unternehmen hat seine Messprozesse deshalb weitgehend automatisiert. Gleichzeitig sollen die Maschinenbediener die eingesetzte Mess- und Prüftechnik selbst bedienen können. Für Gnosjö Automatsvarvning sind daher eine übersichtliche Struktur, einfache Bedienung und langlebige Geräte wichtige Kriterien. 

„Die gesamte Ausrüstung, die wir für Messung und Prüfung benötigen, stammt ausschließlich von Mitutoyo – von Messschiebern und Mikrometern bis zu Koordinatenmessgeräten, Konturmessgeräten und Oberflächenrauheitsmessgeräten. Wir haben auch Geräte von anderen Anbieter ausprobiert, aber niemanden gefunden, der die von uns benötigte Qualität liefern kann.“ 

Messungen bis 0,45 μm 

Zum messtechnischen Equipment gehören unter anderem CNC- und Konturmessgeräte, Lasermesssysteme sowie Koordinatenmessgeräte. Hinzu kommen die Messsoftware MeasurLink und das kabellose Messsystem U-WAVE. Eine besondere Rolle spielen zwei LEGEX-Messmaschinen, die für hochpräzise Messungen eingesetzt werden. 

„Wir haben Mitutoyo im Laufe der Jahre mehrfach herausgefordert und sie haben uns immer das geliefert, was wir brauchten. Wir messen Genauigkeiten bis herab zu 0,45 μm – das können nicht viele andere Unternehmen. Und die LEGEX-Anlagen sind für uns so wichtig, dass wir in zwei identische Maschinen investiert haben, damit es eine Backup-Lösung gibt und die Produktion nicht unterbrechen müssen, falls eine der Maschinen ausfallen sollte.“ 

Die doppelte Auslegung der LEGEX-Messtechnik dient damit nicht nur der Präzision, sondern auch der Verfügbarkeit. Fällt eine Maschine aus, steht ein identisches System als Ersatz zur Verfügung. 

Automatisierte Prüfprozesse 

Auch auf Softwareebene sind die Messprozesse strukturiert. Für jedes Produkt gibt es ein eigenes Messprogramm. Ein Statistiksystem überwacht zudem den Produktionsprozess und erfasst Veränderungen, etwa durch Werkzeugverschleiß. 

„Das System speichert die Daten unserer Messungen, die wir sowohl in Echtzeit überwachen als auch später für Analysen nutzen können. Mit einem individuellen Messprogramm für jedes Teil ist der gesamte Prüfprozess festgelegt. Die Bediener können also nicht selbst entscheiden, wie die Teile geprüft werden sollen.“ 

Derzeit stellt Gnosjö Automatsvarvning die Messprozesse schrittweise von der bisherigen Mitutoyo-Software auf MeasurLink um. Mit U-WAVE können Messwerte zudem kabellos direkt an der Maschine erfasst und übertragen werden. 

Service vor Ort 

Neben der Technik spielt für das Unternehmen auch der Zugang zu Service und Fachwissen eine Rolle. Mitutoyo verfügt über eine Niederlassung im rund 30 Minuten entfernten Värnamo. Dadurch kann bei Bedarf kurzfristig Fachpersonal vor Ort unterstützen. 

Auch bei neuen Anforderungen wird Mitutoyo frühzeitig eingebunden. Wenn Gnosjö Automatsvarvning seine Mess- und Prüftechnik aktualisiert oder Kunden neue Anforderungen an Toleranzen stellen, entwickeln beide Unternehmen gemeinsam passende Lösungen. 

„Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, können wir am besten bewältigen, wenn wir über den Tellerrand hinausschauen. Deshalb kooperieren wir mit Lieferanten, die echte Experten auf ihrem Gebiet sind. Wir haben durchaus auch andere Lieferanten geprüft, sind aber zu dem Schluss gekommen, dass wir mit Mitutoyo genau die Gesamtlösung erhalten, die am besten zu uns passt und auf die wir langfristig vertrauen können. Wir haben uns nur dann für andere Lieferanten entschieden, wenn es um Geräte geht, die Mitutoyo nicht im Sortiment hat“, sagt Linda Fransson. 

KI als nächster Schritt 

Für die Zukunft sieht Fransson weiteres Potenzial in der Zusammenarbeit. Insbesondere bei der Weiterentwicklung des Statistiksystems sollen neue Technologien eine Rolle spielen. 

„Ich sehe viele Möglichkeiten in unserer zukünftigen Zusammenarbeit. Wir werden zum Beispiel neue, schnellere Technologien mit KI als Teil der Entscheidungsgrundlage benötigen.“

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