Energiemanagement
„Transparente Energiedaten sind der Schlüssel zu besseren Entscheidungen“
Die Redaktion messweb sprach mit Karel Stolba, Head of Sales bei KBR EnergyManagement GmbH, über Herausforderungen bei Energiedaten, Integration in bestehende Systeme und den konkreten Nutzen moderner Lösungen für die Produktion.
In der Produktion entstehen Energiedaten oft aus vielen unterschiedlichen Quellen – wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen, um verlässliche und durchgängige Daten für Entscheidungen bereitzustellen?
Die größte Herausforderung liegt nicht in der Datenmenge, sondern in deren Qualität. Energiedaten stammen aus unterschiedlichsten Quellen und müssen konsistent, plausibel und durchgängig sein, um belastbare Entscheidungen zu ermöglichen. Ein zentrales Thema ist dabei die automatische Plausibilisierung. visual energy prüft Messwerte entlang der Versorgungsstruktur, verhindert fehlerhafte virtuelle Messungen und stellt über klare Kennzeichnungen sicher, dass Messgrößen und Energieflussrichtungen korrekt zugeordnet sind. Zusätzlich wird jeder Messwert eindeutig klassifiziert (z. B. Original-, Ersatz- oder fehlender Wert), wodurch Transparenz und Vertrauen in die Datenbasis entstehen. Funktionen wie automatische Ersatzwertbildung und normgerechte Statuskennzeichnung sorgen dafür, dass selbst bei Störungen eine sichere Weiterverarbeitung, etwa für Abrechnungen oder Audits, gewährleistet ist.
Echtzeit-Dashboards und Auswertungen versprechen mehr Transparenz über Verbräuche in der Produktion – welchen konkreten Mehrwert sehen Sie hier für die tägliche Steuerung von Anlagen und Prozessen?
Echtzeit-Dashboards schaffen Transparenz genau dann, wenn sie gebraucht wird: im laufenden Betrieb. Sie machen Abweichungen sofort sichtbar, etwa bei erhöhtem Energieverbrauch oder ineffizienten Prozessen, und ermöglichen ein direktes Eingreifen. Gleichzeitig bieten sie eine flexible und visuell aufbereitete Übersicht zentraler Kennzahlen, Zustände und Entwicklungen. Ergänzt wird das durch umfangreiche Analysefunktionen wie SEU-Berichte, Regressionsanalysen, Sankey-Diagramme oder Heatmaps. Das Ergebnis: schnellere Reaktionsfähigkeit, weniger Stillstände und eine kontinuierliche Optimierung der Energieeffizienz im Alltag.
Energiedatenmanagement muss eng mit bestehenden Systemen wie MES oder ERP verzahnt sein – wie gut gelingt diese Integration heute in der Praxis und wo gibt es noch Reibungsverluste?
Die technische Integration von Energiedaten in bestehende Systeme ist grundsätzlich möglich und wird durch vielfältige Schnittstellen und Datenformate unterstützt. Dazu zählen u. a. Standardprotokolle, flexible Import-/Exportmöglichkeiten sowie die einfache Einbindung bestehender Messtechnik. In der Praxis entstehen jedoch weiterhin Reibungsverluste, da standardisierte Schnittstellen seitens vieler MES- und ERP-Systeme fehlen. Dadurch ist die durchgängige Verknüpfung von Energiedaten mit Produktionskontexten, etwa Aufträgen oder Schichten, oft nur eingeschränkt möglich. Die Grundlage für Integration ist vorhanden, aber für echte Durchgängigkeit braucht es mehr Standardisierung. Bei besonderen Anforderungen steht unser Service-Team für alle Fragen rund um Integration und Schnittstellen zur Verfügung.
Zwischen Effizienzdruck, steigenden Energiekosten und Anforderungen wie ISO 50001: Wie gelingt es Produktionsverantwortlichen, Energiedatenmanagement sinnvoll in bestehende Abläufe zu integrieren, ohne die Komplexität zu erhöhen?
Energiedatenmanagement wird dann erfolgreich integriert, wenn es bestehende Prozesse unterstützt und gleichzeitig Komplexität reduziert. Entscheidend ist ein hoher Automatisierungsgrad und eine intuitive Nutzung. visual energy übernimmt viele manuelle Aufgaben, schafft Transparenz ohne zusätzlichen Aufwand und lässt sich flexibel an unterschiedliche Unternehmensgrößen anpassen, von kleinen Anwendungen bis hin zu großen, standortübergreifenden Systemen. Durch den webbasierten Zugriff sind alle relevanten Daten jederzeit und ortsunabhängig verfügbar, sodass Verantwortliche schnell reagieren können, ohne ihre Abläufe zu verkomplizieren.
Auf der Hannover Messe werden neue Lösungen wie visual energy vorgestellt – welche Innovationen sind aus Ihrer Sicht wirklich relevant für die Produktion und bringen einen messbaren Nutzen im Alltag?
Relevant sind vor allem Innovationen, die im Alltag echten Nutzen bringen: mehr Transparenz über Energie- und Kostenstrukturen, automatisierte Prozesse und die Möglichkeit, schneller auf Abweichungen zu reagieren. Ein entscheidender Mehrwert entsteht durch die Verknüpfung von Energie- und Produktionsdaten. Dadurch werden fundierte Analysen, belastbare Kennzahlen und gezielte Optimierungsmaßnahmen überhaupt erst möglich. Auch Themen wie automatisierte Berichte, ISO 50001-konforme Auswertungen und intelligentes Lastmanagement spielen eine zentrale Rolle. visual energy greift genau diese Anforderungen auf und verbindet eine durchgängige Datenbasis mit praxisnahen Funktionen. Mit dem Update auf Version 5.2 wird dieser Ansatz weiter gestärkt, insbesondere durch mehr Automatisierung, verbesserte Analysen und eine noch einfachere Anwendung im Alltag.
KBR stellt auf der Hannover Messe aus:
Halle 27, Stand G19/1 - Solution Center Smarte Sensorik und Messtechnik
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