Betriebssystem

Raus aus dem Blindflug

Raus aus dem Blindflug
Raus aus dem Blindflug
Raus aus dem Blindflug

In vielen Industrieunternehmen gibt es heute Maschinen, Sensoren, Steuerungen, Energiemessgeräte, Datenbanken, Dashboards und Cloud-Systeme. Auf dem Papier ist damit vieles vorhanden, was für datenbasierte Entscheidungen gebraucht wird. In der Praxis bleibt der Produktionsalltag dennoch häufig ein Blindflug. Werte werden erfasst, aber nicht dort zusammengeführt, wo sie gebraucht werden. Informationen liegen in unterschiedlichen Systemen, sind schwer zugänglich oder werden nicht so aufbereitet, dass daraus konkrete Entscheidungen entstehen. In.hub entwickelt Siineos deshalb vom industriellen Edge-Betriebssystem zu einem offenen Ökosystem weiter, das Hardware, Apps, Partnerlösungen, Services und Wissen miteinander verbindet.

Der Grund liegt selten im Mangel an Daten. Viel häufiger fehlt die Verbindung zwischen Datenquelle, Anwendung und Nutzen. Ein Stromwert allein erklärt noch nicht, ob eine Maschine effizient arbeitet. Ein Sensorsignal allein zeigt noch nicht, ob ein Prozess stabil läuft. Eine Störmeldung allein macht noch keine Ursachenanalyse. Erst wenn Maschinenzustände, Prozesswerte, Energieverbrauch, Stückzahlen oder Qualitätsinformationen in einen gemeinsamen Kontext gebracht werden, entsteht eine belastbare Grundlage für Entscheidungen.

Genau hier setzt der Ökosystemgedanke an. Industrielle Digitalisierung braucht nicht nur einzelne Geräte oder Softwarefunktionen. Sie braucht eine technische Basis, auf der Daten erfasst, verarbeitet, visualisiert, weitergegeben und für konkrete Anwendungen nutzbar gemacht werden können.

Daten brauchen Kontext

Viele Digitalisierungsprojekte beginnen mit konkreten Fragen: Wie hoch ist der Energieverbrauch einer Anlage? Warum entstehen Stillstände? Wo verliert die Druckluftversorgung Energie? Welche Zustände kündigen Wartungsbedarf an? Wie lassen sich Produktionskennzahlen automatisiert erfassen oder an bestehende Systeme übergeben?

Für jede dieser Fragen gibt es Datenquellen. Die Herausforderung liegt darin, sie ohne große Umwege nutzbar zu machen. Produktionsumgebungen sind selten grüne Wiese. Maschinenparks sind gewachsen, Steuerungen und Schnittstellen unterscheiden sich, und nicht überall ist ein direkter Eingriff in SPS oder IT-Infrastruktur gewünscht. Deshalb müssen Daten dort erfasst werden können, wo sie entstehen: an der Maschine, am Sensor, an der Anlage oder im Schaltschrank. Erst dann wird aus einem Messwert eine Information, mit der im Alltag gearbeitet werden kann.

Edge-Bearbeitung als praxistauglicher Einstieg

Edge-Verarbeitung setzt direkt an dieser Stelle an. Daten werden nicht erst über viele Zwischenstationen an entfernte Systeme gesendet, sondern direkt an der Quelle verarbeitet. Das ermöglicht kurze Wege, lokale Kontrolle und eine schnelle erste Auswertung. Werden Messwerte lokal gefiltert, berechnet, visualisiert und mit weiteren Informationen verknüpft, entstehen erste Erkenntnisse direkt an Maschine oder Anlage.

Gleichzeitig können Daten über offene Schnittstellen an ERP-, MES-, SCA-DA-, CAQ-, Datenbank- oder Cloud-Systeme übergeben werden. Edge und IT schließen sich damit nicht aus. Sie ergänzen sich, wenn Daten vor Ort sinnvoll vorbereitet und anschließend gezielt weitergegeben werden. Auch Retrofit-Projekte werden dadurch einfacher: Zusätzliche Datenpunkte, vorhandene Signale und bestehende Systeme können Schritt für Schritt eingebunden werden, ohne Maschinen vollständig umzubauen.

Siineos als technische Basis

Mit Siineos stellt in.hub ein industrielles Edge-Betriebssystem bereit, das Maschinendaten lokal verarbeitet, sichtbar macht und für weitere Anwendungen bereitstellt. In Verbindung mit industrieller Edge-Hardware entsteht eine Basis, auf der unterschiedliche Use Cases aufgebaut werden können.

Die Hardware erfasst Daten direkt an Maschine, Anlage, Sensorik oder Schaltschrank. Siineos übernimmt die lokale Verarbeitung, Speicherung, Visualisierung und Weitergabe. Apps und Konnektoren erweitern die Funktionalität gezielt. Partnerlösungen bringen zusätzliches Fachwissen aus Bereichen wie Automatisierung, Sensorik, Druckluft, KI, Softwareintegration oder Alarmierung ein.

Damit rückt nicht mehr das einzelne Gerät in den Mittelpunkt, sondern das Zusammenspiel der Bausteine. Ein Unternehmen kann mit einem klar ab-gegrenzten Anwendungsfall starten und die Lösung später erweitern, ohne dass jedes Projekt wieder bei null beginnen muss.

Der Marketplace macht Anwendungen verfügbar

Ein wichtiger Bestandteil dieses Ansatzes ist der In.hub Marketplace. Er macht Apps, Konnektoren und Partnerlösungen für Siineos sichtbar und verfügbar. Statt Funktionen immer wieder individuell zu entwickeln, können Anwender, Integratoren und Partner auf vorhandene Bausteine zurückgreifen.

Das reduziert Aufwand in der Projektumsetzung und schafft eine bessere Grundlage für Skalierung. Funktionen wie Visualisierung, SQL-Datenintegration, Alarmierung, Remote Access, KI-Anbindung, Workflows oder Shop-floor-Eingaben lassen sich modular ergänzen. Entscheidend ist nicht die möglichst lange Liste verfügbarer Apps, sondern die Möglichkeit, konkrete Anforderungen schneller mit vorhandenen Bausteinen umzusetzen. So wird der Marketplace zum sichtbaren Zugang des Ökosystems.

Partnerlösungen erweitern den Blick

Industrielle Digitalisierung ist selten ein Einzelthema. Wer Maschinen transparenter machen möchte, berührt schnell Energie, Druckluft, Sensorik, Steuerungstechnik, Datenbanken, Instandhaltung, Qualitätssicherung, IT-Sicherheit oder KI. Deshalb sind Partnerlösungen ein wichtiger Bestandteil des Siineos-Ökosystems.

Partner bringen Spezialwissen ein und erweitern die technische Basis um konkrete Anwendungen. SMC zeigt mit der 4bar Factory beispielsweise, wie Druckluft als Effizienzhebel betrachtet werden kann. Ziel ist es, Maschinen dort, wo es technisch möglich ist, mit 4 bar statt 6 bar zu betreiben. In.hub kann dabei das Monitoring übernehmen und Druckluft-, Energie- und Prozessdaten transparent machen. Weitere Partner ergänzen das Ökosystem um KI-Funktionen, softwaredefinierte Automatisierung, IO-Link, Sensorik, Alarmierung oder Remote Access. Entscheidend ist, dieses Fachwissen in eine gemeinsame technische Basis einzubinden.

Neue Produkte als Bausteine, nicht als Hauptstory

Auch neue Produkte wie HUB-SE100, HUB-CX400 und HUB-Signal zeigen, wie sich das Ökosystem weiterentwickelt. Sie stehen nicht als isolierte Produktneuheiten im Vordergrund, sondern als Bausteine, die unterschiedliche Ebenen industrieller Digitalisierung adressieren.

Das HUB-SE100 erweitert bestehende Maschinen um zusätzliche Sensorsignale direkt am Entstehungsort. Das HUB-CX400 unterstützt als zentrale Netzwerk- und Management-Ebene größere Installationen, indem Geräte verwaltet, Daten zusammengeführt und Anwendungen zentral bereitgestellt werden können. HUB-Signal bringt Mensch-Maschine-Interaktion direkt an den Shopfloor und macht einfache Eingaben, Meldungen, Quittierungen oder Aktionen vernetzbar.

Services und Academy schließen die Lücke zur Anwendung

Technologie allein macht noch keine produktive Lösung. Zwischen einem technischen Baustein und dem tatsächlichen Nutzen im Betrieb liegen Fragen, die in Projekten entscheidend sind: Welche Daten werden benötigt? Welche Systeme müssen angebunden werden? Welche Kennzahlen sind sinnvoll? Wer arbeitet später mit den Ergebnissen? Und wie lässt sich ein erfolgreicher Pilot skalieren?

Mit in.hub Services unterstützt in.hub Kunden und Partner bei dieser Umsetzung. Dazu gehören Use-Case-Analysen, die Auswahl passender Hardware und Apps, Schnittstellen- und Datenkonzepte, Visualisierung, Inbetriebnahme, Tests und die Vorbereitung von Rollouts. Die in.hub Academy ergänzt diesen Ansatz um Wissenstransfer, damit Partner, Integratoren und Anwender sicherer mit Siineos, Hardware, Apps und industriellen Anwendungen arbeiten können.

Vom Produktanbieter zum Ökosystemanbieter

Mit der Weiterentwicklung von Siineos verändert sich auch die Rolle von In.hub. Das Unternehmen liefert nicht nur einzelne Geräte für die Digitalisierung von Maschinen und Prozessen, sondern baut eine technische und partnerschaftliche Basis auf, mit der industrielle Daten schneller in nutzbare Anwendungen überführt werden können.

Die größere Entwicklung geht über ein einzelnes Produkt hinaus. In.hub baut mit Siineos ein industrielles Edge-Ökosystem auf, das Hardware, Apps, Partnerlösungen, Services und Academy verbindet. Endkunden können dadurch schneller konkrete Lösungen nutzen. Integratoren können Projekte besser skalieren. Hersteller können eigene Angebote erweitern. Partner können ihre Lösungen über eine gemeinsame technische Basis in den Markt bringen.

Raus aus dem Blindflug gelingt nicht durch mehr Daten allein. Entscheidend ist, dass aus Daten nutzbare Informationen werden und da-raus konkrete Anwendungen entstehen. Genau dafür braucht industrielle Digitalisierung ein Ökosystem, das Datenquellen, Technologie, Partnerwissen und Umsetzung zusammenbringt.

Vom Fachthema in die Praxis

Wie sich dieser Ökosystemgedanke konkret umsetzen lässt, zeigt in.hub am Folgetag im Praxisworkshop „Ohne Code, ohne Cloud, ohne Stress: Maschinen digitalisieren leicht gemacht“. Dort geht es darum, industrielle Daten nicht nur theoretisch zu betrachten, sondern direkt an Maschinen, Sensoren und Schnittstellen nutzbar zu machen.

Teilnehmende erleben, wie Daten erfasst, lokal verarbeitet, visualisiert und in Anwendungen überführt werden können – mit industrieller Edge-Hardware, Siineos und passenden Apps. Damit schlägt der Workshop die Brücke vom strategischen Blick auf industrielle Digitalisierung zur konkreten Umsetzung im Shopfloor.

Autor: Christian Groß, Managing Direktor Marketing & Sales, In.hub

Kontakt

Technologie-Campus 1
09126 Chemnitz
DEUTSCHLAND
in.hub in Social Media:
Teilen

aktuelle Newsletter