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Tunen mit Bedacht

Die Freude, aus dem Massenprodukt Auto durch Individualisierung sein persönliches Auto zu schaffen, zieht sich durch alle Altersschichten. Besonders begehrt und seit vielen Jahren in der Beliebtheitsskala auf Nummer 1 sind Aluräder. Es folgen die Fahrwerkstechnik und Sportauspuffanlagen. Aber die „Veränderung von in Verkehr befindlichen Fahrzeugen“, wie es behördlich korrekt heißt, muss im Einklang mit der Straßenverkehrszulassungsordnung stehen. „Unzulässige Veränderungen können zu empfindlichen Bußgeldern führen und auch im schlimmsten Fall versicherungstechnische Folgen nach sich ziehen“, erinnert Philip Puls von TÜV SÜD in München.

„Immer wieder stoßen die Sachverständigen auf völlig unprofessionelle Tuning-Maßnahmen, von denen ein erhebliches Gefährdungspotenzial ausgeht“, schildert Puls seine Beobachtungen. Bei vielen Änderungen am Auto erlösche dessen Betriebserlaubnis, wenn der Umbau nicht durch eine Organisation wie etwa TÜV SÜD abgenommen werde. „Grundsätzlich sind Veränderungen an sicherheitsrelevanten Teilen wie Motor, Antriebsstrang, Fahrwerk und Bremsanlage, aber auch an Airbags und elektrischen Anlagen nur etwas für Profis“, warnt Puls vor Do-it-yourself-Aktionen.

Sinnvoll ist es zudem, schon vor dem ersten Tuningschritt fachlichen Rat einzuholen, was machbar und erlaubt ist. „Mit einer sauberen Vorbereitung lässt sich so manches verwirklichen, was zuvor unmöglich erschien“, weiß der TÜV SÜD-Fachmann. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten Tuningfreunde insbesondere bei Leistungsänderungen des Fahrzeugs einen guten Draht zu ihrer Versicherung pflegen und erforderlichenfalls die Police tunen. Denn nicht jede Änderung ist auch über die herkömmliche Kaskoversicherung abgedeckt. Zwar erlischt nicht unbedingt der Versicherungsschutz. Wird das Tuning jedoch entdeckt, besteht zumindest die Gefahr der Vertragskündigung oder Prämiennachforderung.

Jährlich rund 800 Millionen Euro geben Deutschlands Autobesitzer für mehr Individualität aus. Besonders gefragt sind laut Verband der Automobil Tuner (VDAT) Rad-Reifenkombinationen. Es folgen Fahrwerkskomponenten, Schalldämpfer und Motoroptimierungen. „Damit die Schönheits- oder Leistungs-OP keinen Makel hinterlässt, sollten Tuningfreunde zu Zubehör mit Allgemeiner Betriebserlaubnis (ABE), Allgemeiner Bauartgenehmigung (ABG), EG- oder ECE-Genehmigung oder aber Teilegutachten greifen“, legt ihnen der TÜV SÜD-Fachmann ans Herz: „Werden Teile mit diesen amtlichen Prüfzeugnissen eingebaut, steht einem vorschriftsmäßigem Weiterbetrieb meist nichts im Wege.“ Wenn der Hersteller es ausdrücklich verlangt, wird die Vorstellung bei einem amtlich anerkannten Sachverständigen für die Ausstellung einer „Änderungsabnahme“ Pflicht. Dies gilt auch bei sich gegenseitig beeinflussten Änderungen, wie z.B. Spurverbreiterungen und anderen Rad-Reifenkombinationen.

„Immer wieder Ärger gibt es mit Angeboten aus dem Internet“, schildert Puls seine Erfahrungen. Beispielsweise werden dort oftmals preisgünstige Felgen aus Fernost ohne Prüfzeugnisse offeriert. Vorsicht gilt ebenfalls bei so genannten Xenonbrennern und LED-Leuchten. Einfach die Halogen- mit der Xenon-Glühlampe zu tauschen oder LED-Leuchten einzusetzen, ist verboten.

Selbst bei vermeintlich einfachen Tuningmaßnahmen kann man bei modernen Autos rasch an unerwartete Grenzen stoßen. Philip Puls: „Zwar erscheint beispielsweise der Austausch eines Infotainmentsystems vergleichsweise einfach. Doch je nach CAN-Bus-Vernetzung lässt sich nicht jedes beliebige Radio oder Navigationssystem ins Fahrzeugsystem integrieren und so wird etwa die Lautstärkeregelung am Lenkrad in einigen Fällen nicht reagieren oder das System wird sogar lahmgelegt.“


06.02.2018

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