CAEMAX Messtechnik
IMTRON
produktiv Messen
Messtechnik von ZSE
Echtzeitloesungen ADwin
Optische Messtechnik
Herrliche Augenblicke
Messwerteerfassung_SIRIUS_ Sensor- und Messtechnik Synotech

TÜV SÜD: Wo kommt unser Getreide her?

Landwirtschaftliche Produkte strömen interkontinental durch die Welt. Bei exotischen Lebensmitteln wundert dies nicht. Aber auch Rohstoffe für Grundnahrungsmittel unterliegen heutzutage globalen Warenströmen. Die Lebensmittel-Experten von TÜV SÜD erklären am Beispiel der weltweit wichtigsten Getreidesorten, mit welchen Lieferländern es Verbraucher in Deutschland überwiegend zu tun haben.

Deutschland ist weltweit der drittgrößte Ex- und Importeur von Agrarerzeugnissen und Lebensmitteln. Von Deutschland werden vor allem verarbeitete Lebensmittel exportiert. Nach Deutschland werden vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse importiert. Bei Agrarprodukten überwiegen die Einfuhren mit einem Wert von ca. 75 Milliarden Euro, die Ausfuhren von ca. 66 Milliarden Euro. Deutschlands wichtigster Haupthandelspartner bei Nahrungs- und Futtermittelimporten sind die Niederlande. Dann folgen in absteigender Rangfolge Polen, Italien, Frankreich, Belgien, Österreich, Dänemark und die Schweiz. Als importierte Warengruppen stehen Milch und Milcherzeugnisse ganz oben, aber auch Fleisch, verarbeitetes Obst und Gemüse, Öle und Fette sowie Fischerzeugnisse und Meeresfrüchte.

Die weltweit wichtigsten international gehandelten Getreidesorten sind Mais, Weizen, Gerste und Reis. In unseren Breitengraden überrascht es nicht, dass Reis nach Deutschland importiert wird und zwar überwiegend aus Indien, Thailand und Vietnam. Aber auch in Deutschland heimische Getreidesorten wie Weizen, Gerste und Mais werden heute international zugekauft. Denn Getreide wird nicht nur für die Brotherstellung benötigt, sondern z. B. auch für die Herstellung anderer verarbeiteter Getreideerzeugnisse wie Malz oder Getreideflocken, Futtermittel und industrielle Zwecke bis hin zur Produktion von Biokraftstoff.

Weizen, Gerste und Mais kommen laut Statistischem Bundesamt – so sie in Deutschland nicht selbst produziert werden – vor allem aus den benachbarten Wirtschaftsräumen nach Deutschland.

Für Weizen ist Deutschlands wichtigster Importpartner Tschechien, danach folgen in absteigender Reihenfolge Polen und Frankreich, Litauen und Kanada. Gerstenimporte gelangen hauptsächlich aus Tschechien, Dänemark und Frankreich nach Deutschland. Mais kam im Jahr 2016 überwiegend aus Polen. Aber auch die Ukraine, Ungarn, Frankreich und Niederlande sind wichtige Lieferländer für Getreide nach Deutschland. Zusammenfassend legen die Getreideimporte überwiegend innereuropäische Wege zurück. Dies ist wegen der kürzeren Transportwege von Vorteil. Denn neben dem zusammengefassten EU-Raum liegen die weltweit größten Getreideproduzenten weit weg – es sind Russland, USA, Australien und Kanada.

Der größere Anteil des in der Welt produzierten Getreides gelangt heute auch nicht direkt in die Nahrungsmittel, sondern wird entweder als Futtermittel oder auch als Rohstoff für die Industrie eingesetzt. Aus den Getreideimporten nach Deutschland können Verbraucher somit nicht direkt auf die Herkunft verarbeiteter Brotmehle bzw. im Laden erhältlicher Backmehle für den privaten Gebrauch rückschließen. Die Importquote für Brotgetreide lag laut Verband deutscher Mühlen e.V. (VDM) rückliegend bei unter fünf Prozent. Beim Weizen sind Mengen und Qualitäten des deutschen Brotgetreides in der Regel so gut, dass sich die Mühlen fast vollständig mit Rohstoffen von heimischen Feldern versorgen können. Hauptsächlich kommen diese aus den östlichen Bundesländern sowie in den beiden flächenmäßig größten Bundesländern Bayern und Niedersachsen. Auch beim Roggen stand Deutschlands Mühlen 2017 genug eigene Ernte zur Verfügung. Der Nahrungsbedarf in Deutschland von weniger als einer Million Tonnen konnte mit einer Erntemenge von ca. 2,7 Millionen Tonnen Roggen abgedeckt werden. Brandenburg und Niedersachsen sind führend im Roggenanbau, beim Anbau des Braugetreides Gerste ist es traditionell Bayern.

Die Lieferanten der eingesetzten Mehle müssen Bäckereien über das gesetzlich vorgeschriebene Rückverfolgbarkeitssystem nachweisen können. Darüber hinaus gehen die Anforderungen der privatwirtschaftlichen Zertifizierungsstandards für Lebensmittelsicherheit und Qualität, z. B. International Featured Standard Food (IFS). Damit können die zertifizierten Bäckereien garantieren, dass z. B. besondere Angaben zur Herkunft auf dem Endprodukt mit dem gelieferten Mehl übereinstimmen und während der Verarbeitung bzw. Lagerung die Identität des Mehls gewahrt bleibt.

Weitere Informationen rund um das Thema Lebensmittelsicherheit gibt es unter: www.tuev-sued.de/sichere-lebensmittel.


20.06.2018

messweb.de: Nachrichten aus der Messtechnik-Welt, Informationen zu Firmen/Organisationen, Produkten