CAEMAX Messtechnik
IMTRON
produktiv Messen
Messtechnik von ZSE
Echtzeitloesungen ADwin
Optische Messtechnik
Herrliche Augenblicke
Synotech Sensor und Messtechnik SINUS Messtechnik

Zwei überholte Autoweisheiten

Wenn der Auto-Akku streikt, macht er das in der Regel bei Kälte. So war es jedenfalls in der Vergangenheit. Mittlerweile sieht die Sache anders aus: Die Fahrzeug-Batterie muckt zu jeder Jahreszeit. „Seit Hersteller immer mehr Elektronik in ihren Fahrzeugen einsetzen, wird der Energiespeicher praktisch ständig angezapft und so kann dem gewollten Parken ein unerwarteter Stillstand des Anlassers wegen akutem Energiemangel folgen“, schildert Eberhard Lang von TÜV SÜD seine Beobachtungen. Auch eine weitere vermeintliche Autoweisheit ist überholt. Für einen Austausch der Batterie reicht nicht mehr nur der passende Schraubenschlüssel. „Da benötigt man in vielen Fällen Diagnosegeräte und Fachwissen“, warnt der TÜV SÜD-Fachmann.

Besitzt der Wagen beispielsweise eine Start-Stopp-Automatik oder ein Batteriemanagementsystem, muss der neue Akku im Steuergerät einprogrammiert und angelernt werden. „Das erfordert elektronisches Equipment und Detailkenntnisse“, weiß Lang. Bei vielen Fahrzeugen ist darüber hinaus bei einem Ausbau des Stromspenders die Reihenfolge zu beachten, in der Kabel gelöst werden. Wird der Stromkreis zwischen Batterie und Fahrzeugelektronik unterbrochen, kann das zu Datenverlust in den Steuergeräten sowie im Infotainment-System führen. Die Folgen: Elektrische Komponenten wie Radio und Fensterheber müssen eventuell neu programmiert werden. Profis halten deshalb mit einer Pufferbatterie die Spannungsversorgung aufrecht.

Grundsätzlich sollte man vor Beginn der kälteren Witterung dem Bordakku vermehrt Aufmerksamkeit schenken. „Gut beraten ist, wer rechtzeitig vor dem ersten Frost die Autobatterie in einem Fachbetrieb prüfen lässt und – falls nötig – einen neuen Akku kauft“, rät der TÜV SÜD-Fachmann. „Batterien altern nach einigen Tiefentladungen schneller. Ebenso schlauchen Minusgrade und zusätzliche Verbraucher wie Radio, Gebläse, Sitz- und Heckscheibenheizung den Stromlieferanten“, gibt der TÜV SÜD-Fachmann zu bedenken. Kommt dann noch Kurzstreckenverkehr hinzu, wird der Akku nicht mehr vollgeladen.

Muss Ersatz beschafft werden, sollte man sich an den Vorgaben des Autoherstellers orientieren. Europaweit sind Autobatterien in der European Type Number (ETN) zusammengefasst. Diese Norm hat die alte DIN-Nomenklatur abgelöst und beschreibt Bauform, Kaltstartstrom, Nennspannung, Kapazität sowie die Lage der Plus- und Minuspole. „Batterien mit gleicher Nummer können also problemlos getauscht werden“, schildert Lang seine Erfahrungen.

Grundsätzlich wird bei den Blei-Säure-Akkus zwischen der herkömmlichen Starterbatterie, dem sogenannten Starter-Lighting-Ignition-Akku und den Modellen für Fahrzeuge mit Start-Stopp-Automatik und Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation) unterschieden. Bei ihnen sorgen spezielle Technologien wie Absorbent Glass Mat (AGM) oder Enhanced Flooded Battery (EFB) für besonders hohe Zyklenfestigkeit und Lebensdauer. Wichtig sind zudem die Gehäuseform sowie die elektrischen Werte: Spannung, Kapazität und Kaltstartstrom. „Einfach mal tauschen war gestern“, fasst der TÜV SÜD-Fachmann seine Erfahrungen zusammen.


18.10.2017

messweb.de: Nachrichten aus der Messtechnik-Welt, Informationen zu Firmen/Organisationen, Produkten